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Bildung und Betreuung

Jede*r hat gute Bildung verdient

Mönchengladbach hat ein Bildungsproblem. Schon heute gibt es viel zu wenige KiTa-Plätze, schon heute sind die Zustände an vielen Schulen mies. Und es kommen weitere Herausforderungen auf uns zu oder sind längst da – zum Beispiel durch viele geburtenstarke Jahrgänge, die Integration vieler neuer Zuwander*innen oder die Frage, wie Bildung im Falle einer weiteren Pandemie funktionieren soll. Wir wollen nicht nur auf diese Herausforderungen reagieren, sondern die Bildungsstätten unserer Stadt unterstützen, ausbauen und verbessern.

 

Wir wollen …

  • die Lernbedingungen an den Schulen verbessern, damit Perspektivlosigkeit nicht bereits dort beginnt.
  • KiTas massiv ausbauen und fördern, damit Kinder dort nicht nur „geparkt“, sondern individuell gefördert werden.
  • zusätzliche Angebote für Migrant*innen schaffen, um ihnen den Zugang zum Leben in der Stadt zu erleichtern.
  • die freiwillige Bildung stärken, indem wir z.B. die Angebote der Volkshochschule und Musikschulen ausbauen und vergünstigen.
  • der Jugendarbeit unter die Arme greifen, weil diese einen wichtigen Beitrag leistet, um Ausgrenzung zu verhindern.

 

Das alles geht nur, wenn man für Bildung deutlich mehr Geld in die Hand nimmt als bisher. Aber um die Probleme unserer Stadt und in unserem Land langfristig anzupacken, führt daran kein Weg vorbei. Bildung ist kein nettes Luxusgut, sondern die Grundvoraussetzung für eine funktionierende Demokratie. Wir brauchen aufgeklärte, informierte Bürger*innen, wenn wir den Siegeszug der Fake News und den Rechtsruck der Gesellschaft stoppen wollen. Darum muss Bildung für alle zugänglich sein und braucht echte Chancengleichheit.

 

 

Damit ist gemeint, dass jedes Kind genau die Unterstützung bekommt, die es braucht, um seine Ziele zu erreichen. Passiert das nicht, entscheidet häufig die Bildung der Eltern oder deren Geldbeutel darüber, welchen Bildungsweg man einschlägt und welche Chancen man später im Leben hat – oder eben nicht.

Wenn sich viele Schüler*innen bereits in der 5. Klasse berechtigterweise aussortiert fühlen, darf man sich nicht wundern, dass sie später keine Lust haben, sich in die Gemeinschaft einzubringen. Wer an der Bildung spart, spart die Zukunft unserer Gesellschaft kaputt.

 

Mönchengladbachs Schulen: Schüler*innen sind keine Fließbandarbeiter!

Leider richtet sich unser Schulsystem nicht danach, jedem Kind eine gute Bildung zu ermöglichen oder jedes Kind nach den jeweiligen Interessen und Fähigkeiten zu fördern. Stattdessen geht es um knallharte kapitalistische Effizienz: Wie viele Schüler*innen kann man in eine Klasse stopfen und wie viele Inhalte kann man Ihnen zumuten, dass es gerade noch so funktioniert? Klar, dass es so nicht möglich ist, auf einzelne Schüler*innen einzugehen. Klar, dass so viele auf der Strecke bleiben. Und klar, dass jede Störung und jede Unplanmäßigkeit den „Fahrplan“ durcheinanderbringt – das kennen Schüler*innen und Eltern schon lange vor Corona.

Unsere Schulen sind durchgetaktete Lernfabriken, auf denen die Schüler*innen möglichst kostengünstig ins arbeitsfähige Alter gebracht werden sollen. Dabei geht es anders, wie einmal mehr der Blick nach Skandinavien zeigt.

 

Wir fordern, dass die Kommune deutlich mehr leistet und zusätzlich das Land unter Druck setzt, um Folgendes zu erreichen:

  • Aufwertung und Modernisierung der Klassenräume und Lernumgebungen, damit Unterricht anschaulich und unter optimalen Bedingungen stattfinden kann.
  • Perspektivisch eine Verkleinerung der Klassengröße, um besser auf die einzelnen Schüler*innen eingehen zu können. Das ist nebenbei auch pandemisch sinnvoll. Außerdem eine Vernetzung der Bildungseinrichtungen, damit Informationen zu den optimalen Lernansätzen für alle Schüler*innen weitergegeben werden.
  • Wiedereinführung der Schulbezirke für Grundschulen, damit Schüler*innen wohlhabender Eltern nicht per Auto durch die ganze Stadt zu vermeintlich besseren Schulen gefahren werden. Wir müssen die Probleme an ALLEN Schulen anpacken und dürfen nicht bereits in der Grundschule eine Trennung in „gut“ und „schlecht“ zulassen.
  • Bildung gehört in staatliche Hand. Teure Privatschulen für privilegierte Kinder lehnen wir ebenso ab wie die Einflussnahme kirchlicher oder privater Träger auf die Lerninhalte.
  • Wir wollen den Personalschlüssel generell auf 120% anheben, um Ausfälle besser kompensieren zu können, Lehrer*innen zu entlasten und gleichzeitig Vertrauenslehrer*innen an allen Schulen zu ermöglichen.
  • Streichung von Hausaufgaben bis zur zehnten Klasse, da das Schulsystem Schüler*innen zu wenig Freiräume lässt und Hausaufgaben ein pädagogisch unnötiger Stressfaktor sind.
  • Um Mobbing vorzubeugen, fordert DIE LINKE Awareness-Konzepte für Mönchengladbacher Schulen mit Fortbildungsprogrammen für Lehrer*Innen.

 

Weiterführende Schulen: Jede*r hat es verdient, gefördert zu werden

Es wäre möglich, allen Kindern gerecht zu werden und ihnen gleiche Chancen zu gewähren. Darum müssen auf jeder Schule auch die gleichen Abschlüsse möglich sein. Sprich, wir wollen eine Schulform für alle. Damit das funktioniert, braucht es zwingend kleinere Klassengrößen, mehr Lehrer*innen und weitere Maßnahmen:

  • Umwandlung aller Schulen Mönchengladbachs in Gesamtschulen, da diese Schulform am ehesten eine Individualisierung des Lernplans erlaubt.
  • Festangestellte Sozialpädagog*innen und eine verbesserte Gesundheitsfürsorge, um Schüler*innen in schwierigen Lebenssituationen frühzeitig unterstützen zu können.
  • Verpflichtendes, kostenloses Mittagessen für alle Ganztagsschüler*innen, finanziert durch alle Steuerzahler, um das Gemeinschaftsgefühl zu fördern und Ausgrenzung zu verhindern.
  • Stärkere Vernetzung zwischen verschiedenen Bildungsangeboten der Stadt (KiTas, Grundschulen, offene Jugendarbeit etc.), damit die richtigen Lernstrategien für Schüler*innen nach einem Wechsel weitergegeben werden können.

 

KiTas und U3-Betreuung: mehr Plätze, bessere Bedingungen

Auch wenn die Stadt bereits viele neue Kindertagesstätten entstehen lässt: es reicht nicht. Wir brauchen weitere KiTa-Plätze, auch für Kinder unter drei Jahren, und zwar dringend. Allerdings darf man hier bei den Planungen nicht nur auf Masse setzen. In vielen Einrichtungen ist es jetzt schon kaum möglich, vernünftig auf die Kinder und ihre Bedürfnisse einzugehen. Die Gründe sind naheliegend: zu wenig Platz, unzureichende Ausstattung, zu wenige Erzieher*innen und zu schlechte Arbeitsbedingungen. Wir wollen daher folgendes umsetzen:

  • Neue Kindertagesstätten müssen gebaut werden und bestehende KiTas soweit möglich ausgebaut werden. Damit das zeitnah gelingt, müssen alle Träger berücksichtigt und unterstützt werden.
  • Der Erzieher*innenberuf muss attraktiver werden, damit wir weitere Erzieher*innen einstellen können. Bei der Bezahlung sollte man daher höhere Tarifstufen ansetzen.
  • Die Ausbildung von Erzieher*Innen muss attraktiver werden, z.B. durch bezahlte Praktika, Anerkennungsjahrstellen und städtische Stipendien. Außerdem müssen die Ausbildungsmöglichkeiten an Schule und Hochschule ausgebaut werden.
  • Eltern sollten von KiTa-Gebühren befreit werden, denn Bildung darf nicht am Geldbeutel scheitern.
  • Rund-um-die-Uhr-KiTas lehnen wir ab, denn für die Entwicklung der Kinder sind sie Gift. Auch wenn wir verstehen, dass diese Angebote für viele Eltern ein notwendiges Übel sind, um Job und Familie unter einen Hut zu kriegen: Unser Ziel muss es sein, Eltern so zu unterstützen, dass sie nicht auf Nachtarbeit angewiesen sind. Dafür nehmen wir die städtischen Unternehmen in die Pflicht und fordern von den übrigen Arbeitgebern, Eltern zu entlasten und sie nicht für familienfeindliche Schichtdienste einzuplanen.
  • Elterninitiativen sollten aktiv gefördert werden.

Freiwillige Bildungsangebote: alle dürfen Geige spielen

Lernen und Bildung hört nach der Schule nicht auf. Wer will, sollte sich immer entsprechend der eigenen Interessen und Bedürfnisse weiterbilden können. Viele Bürger*innen unserer Stadt sind momentan faktisch von den Angeboten der städtischen VHS und Musikschulen ausgeschlossen. Und insbesondere die Bedürfnisse von Migrant*innen werden momentan viel zu wenig berücksichtigt. Darum schlagen wir vor:

  • Kostenlose Nutzung der städtischen Bildungsangebote in VHS und Musikschule, um finanzschwache Bürger*innen zu unterstützen.
  • Zusätzliche Standorte, um kurze Wege zu schaffen und die gestiegene Nachfrage zu decken.
  • Weitere Angebote für Migrant*innen und auch eine Förderung von interkulturellen Veranstaltungen in den Räumlichkeiten.

 

Offene Jugendarbeit: wichtige Anlaufstellen

In der offenen Jugendarbeit kann Beteiligung und Mitbestimmung als erstes spürbar und sichtbar werden. Häuser und Orte, die jungen Menschen diese Möglichkeit bieten, sind für uns absolut Förderungs- und Erhaltenswert. Dafür braucht es qualifiziertes und ausgebildetes Personal, sowie die notwendigen räumlichen Voraussetzungen. Wir wollen daher folgendes umsetzen:

  • Ausbau der offenen Jugendarbeit in Mönchengladbach.
  • Renovierung und Aufrüstung bestehender Orte offener Jugendarbeit.
  • Stärkung der personellen Struktur.
  • Bessere Förderung pädagogischer Schwerpunkte und Projekte.